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Dünnen Fasern Schmerzhafte Neuropathie

Ein Befall der dünnen Fasern findet man bei u.a. Diabetische Polyneuropathie (häufig Frühphase),  Amyloid-Polyneuropathie,  Polyneuropathie bei Morbus Fabry,  Hereditäre Polyneuropathie und  Idiopathische "small-fiber"-Polyneuropathie.

Die bei neuropathischen Schmerzsyndromen betroffenen schmerzleitenden Nervenfasern gehören zur Kategorie der schwach- bzw. unmyelinisierten Fasern (dünne Fasern, A-delta-, C-Fasern). Die konventionelle Neurographie erfasst dagegen nur die schnell leitenden myelinisierten motorischen und afferenten Fasern des Aa- und Ab-Spektrums.

Diese Fasern machen aber nur 15-25% der Axone im peripheren Nerv aus. Dünne, marklose und schwach myelinisierte Fasersysteme entgehen somit der Routinediagnostik. Wenn alle Systeme bei peripheren Neuropathien betroffen sind, lassen Auffälligkeiten in der Neurographie auch Rückschlüsse auf die zu dokumentierende Verletzung nozizeptiver Fasern zu.

Es gibt allerdings eine Sonderform der Polyneuropathie, die isolierte Neuropathie der dünnen Fasern ("small fiber"-Neuropathie), die mit der elektrophysiologischen Routinediagnostik somit nicht erfasst werden kann. Ein solches Befallsmuster zeigen ca. 3% aller Polyneuropathien, ca. 6% der alkoholischen Polyneuropathien und 10% der diabetischen Polyneuropathien, insbesondere in der Frühphase. Darüber hinaus gibt es einige typische Neuropathieursachen, die für eine "small fiber"-Neuropathie prädisponieren.

Eine "small-fiber"-Neuropathie kann bei unauffälliger Routineelektrophysiologie mittels morphometrischer Bestimmung der Hautinnervationsdichte aus einer Hautstanzbiopsie diagnostiziert werden.

Quelle:

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-132_S1_Schmerzen__Diagnostik_neuropathischer_03-2007_12-2010.pdf